Städtebauförderung

Die Multifunktionsanlage neben dem Kinderhaus
Die Multifunktionsanlage neben dem Kinderhaus

Aktivitäten der Stadt St. Ingbert im Rahmen der Städtebauförderungsprogramme "Soziale Stadt" und "Stadtumbau West "

Programm "Soziale Stadt"

Seit 1999 wird die Bund-Länder Gemeinschaftsinitiative „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt“ im Saarland im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungsprogramms für städtische Problemgebiete unter dem Namen „Stadt-Vision-Saar“ umgesetzt. Das Programm ist integraler Bestandteil der Städtebauförderung, setzt jedoch gegenüber der „klassischen“ Städtebauförderung neue Akzente.

Übergeordnetes Ziel des Programms ist es, stabilisierende Entwicklungsprozesse in städtischen Problemgebieten in Gang zu setzen, die ins soziale Abseits zu rutschen drohen. Die angestrebten Quartierentwicklungsprozesse zielen dabei in erster Linie auf
- die Verbesserung der Lebensbedingungen in den Quartieren,
- die Schaffung stabiler Sozialstrukturen und
- die Verbesserung der Lebenschancen für die Bewohnerinnen und Bewohner.
Eine Schlüsselrolle spielen in der Strategie des Programms:
- die Vernetzung mit anderen stadtentwicklungspolitisch relevanten Politikfeldern und  
  Ressourcen ,
- die Verknüpfung investiver und nicht-investiver Maßnahmen,
- die Beteiligung der Betroffenen bei der Entwicklung und Umsetzung des Programms
- ein effizientes Stadtteilmanagement.

Im Jahr 2000 wurde St. Ingbert mit seinem Programmgebiet "St. Ingbert-Mitte" erstmals in das Städtebauförderungsprogramm "Soziale Stadt" aufgenommen.
Im Jahr 2005 wurde St. Ingbert zusätzlich in das Städtebauförderungsprogramm "Stadtumbau West" mit dem Programmgebiet "Stadtumbau St. Ingbert" aufgenommen.

Im Rahmen der Programmfortschreibung und Projektplanung wurden zahlreiche Projektideen benannt. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Projekte, welche zur Umsetzung kamen bzw. sich in der Umsetzung befinden, kurz skizziert und der Umsetzungsstand im Dezember 2007 erläutert.

Verfügungsfonds Soziale Stadt
Das Programm "Soziale Stadt" räumt die Möglichkeit ein, einen sogenannten Verfügungsfond einzurichten, durch den Mikroprojekte mit städtebaulichem und sozialem Bezug gefördert werden können. 2003 wurde dieser Fonds in St. Ingbert eingerichtet und es wurden seither weit über 20  Projekte gefördert. Ein Schwerpunkt der Förderung sind Projekte die Kinder und Jugendlichen zugute kommen, wie Anti-Agresssions- und Selbstbehauptungskurse. Es werden aber ebenso Projekte für soziale Randgruppen und Maßnahmen des bürgerschaftlichen Engagements unterstützt, denen eine andere Finanzierungsmöglichkeit fehlt.

Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahme in Zusammenarbeit mit dem Saar-Pfalz-Kreis
Die Stadt arbeitet mit dem Saar-Pfalz-Kreis bei der Durchführung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahme seit 2003 zusammen. Der Personenkreis, der im Rahmen einer solchen Maßnahme wieder an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt sind v.a. Langzeitarbeitslose und Hartz IV-Empfänger.
Die Arbeitsbereiche sind vielfältig, so dass der Personenkreis in verschiedenen handwerklichen Bereichen zumindest eine Grundausbildung erhält. Dies hat in einigen Fällen zur Übernahme in ein Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis auf dem 1. Arbeitsmarkt geführt.

Einrichtung eines Zentrums für Erwachsenenbildung
In einem ehemaligen, für den Schulbetrieb nicht mehr ge­nutzten Teil der Südschule, wurde eine Weiterbildungsstätte für Seminare und Kurse der VHS der Stadt St. Ingbert und Räumlichkeiten für die Musikschule eingerichtet. Der Umbau des Gebäudes zu einem Zentrum für Erwachsenenbildung wurde 2003 abgeschlossen

Ausbau des Jugendzentrums in der Pfarrgasse
Das Jugendzentrum in der Pfarrgasse, als Begegnungs­stätte und Freizeiteinrichtung für Jugendliche, ist baulich aufgewertet worden. Ziel ist eine Verbesserung des Jugend-Freizeitangebots im Programmgebiet als Sozialisierungshilfe für junge Menschen, die sonst gar nicht oder nur schwer in bestehende Strukturen zu integrieren sind. Hierbei steht die Verwaltung im ständigen Dialog mit den Jugendlichen.

Neugestaltung Schulhof Südschule
Der Schulhof der Südschule wurde in Teilen entsiegelt und kindgerecht gestaltet, wie bereits im Bereich des nicht versiegelten Schulgeländes geschehen. Pläne für die Umgestaltung des Schulhofs wurden im Wettbewerb "Klasse Schule" ausgezeichnet.

Umgestaltung des Schulhofs der Grundschule Wiesentalschule
Die Wiesentalschule leidet unter einer schwindenden Akzeptanz v.a. unter der deutschen Bevölkerung, da der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich hoch ist. Als ein erster Schritt zur Akzeptanz- und Attraktivitäts­steigerung wurde aus der Elternschaft und dem Lehrer­kollegium heraus die Idee der Umgestaltung des Schul­hofs entwickelt. Der Schulhof wurde entsiegelt und ein Schulgarten wurde angelegt. Bei den Kindern soll ein größeres Naturbewusstsein erreicht werden und das
Verantwortungsbewusstsein für geschaffene Werte soll gestärkt werden. Der Garten wird von den Kindern nach­mittags bebaut und gepflegt; Teile können als offener Spielplatz dienen.

Einrichtung einer Multifunktionsanlage
Mit dieser Anlage wird den Kindern und Jugendlichen in St. Ingbert die Möglichkeit geboten, verschiedene Ballsportarten in ihrer Freizeit, an ganz zentraler Stelle und daher leicht erreichbar, betreiben zu können. So wird hier unter anderem Fußball und Basketball gespielt. Die Anlage wird von den Kindern und Jugendlichen äußerst gut angenommen, so dass zur Erweiterung der Nutzungszeit eine Beleuchtung nachgerüstet werden musste. Die Anlage wird unter anderem von den Besuchern des benachbarten Kinderhauses und den Schülern der benachbarten Grundschule (Wiesentalschule) sehr gerne genutzt.

Kinderhaus
Als Anlaufstelle für 10- bis 15-jährige Kinder, die für die Angebote im Jugendzentrum noch zu jung sind, wurde ein Kinderhaus mit offenen Angeboten und integrieter Ganztagschule an zentraler Stelle eingerichtet. Betrieben wird die Einrichtung durch die Caritas.
Der Bau des Kinderhauses wurde aus Mitteln des IZBB - Programms (Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung") gefördert und stellt eine ideale Ergänzung mit sehr starken Synergieeffekten zur benachbarten Wiesentalschule und dem unmittelbar angrenzenden Multifunktionsfeld dar.

Skateranlage 
Im November 2007 wurde eine Skateranlage, zur Erweiterung des Angebots für Kinder und Jugendliche, eingeweiht. Diese Anlage befindet sich  in genauso zentraler Lage wie das Multifunktionsfeld und das Kinderhaus und ergänzt deren Angebote in idealer Weise. Die Planung der Anlage wurde in intensivem Dialog mit Vertretern der örtlichen Skaterszene durchgeführt, wodurch eine enorm hohe Akzeptanz erreicht wurde. 

Sozialprojekt der Caritas im "Treff em Gässje" in Kooperation mit der Stadt St. Ingbert
Im der von der Caritas betriebenen Einrichtung treffen sich Langzeitarbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Obdachlose um zum Beispiel gemeinsam zu frühstücken. Diese Einrichtung ist somit für diesen Personenkreis ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens geworden. Um die Möglichkeiten zur Tagesstrukturierung zu erweitern, ist das Gebäude so erweitert worden, so dass eine kleine Werkstatt eingerichtet werden konnte. In dieser können die Besucher, im Rahmen eines von der EU geförderten Sozialprojektes, unter fachkundiger Anleitung kleinere Arbeiten (z.B. Fahrradreparaturen) durchführen.

Sanierung des Quartiers Pfarrgasse/Blieskasteler Straße
In diesem Bereich ist die städtebauliche Sanierung in intensiver Absprache mit den Bewohnern dieses Viertels vorgesehen. Dazu wurde ein Rahmenplan, unter sehr intensiver Beteiligung der Bewohnerschaft, erarbeitet. Im Rahmen dieses Prozesses wurden verschiedene Projekte entwickelt

1. Rückbau nicht mehr genutzter Immobilen
Zur Attraktivitätssteigerung des Quartiers wurden zwei seit längerem nicht mehr genutzte Immobilien durch die Stadt angekauft und abgerissen. In einem nächsten Schritt sollen die neu entstandenen Freiflächen attraktiv gestaltet und einer höherwertigen Nutzung zugeführt werden.
2. Umgestaltung des Straßenraums
Die beiden das Quartier begrenzenden Straßen Blieskasteler Straße und Pfarrgasse sind wenig attraktiv und werden häufig zu schnell befahren. Daher wurden hier Maßnahmen zur Entschleunigung des Verkehrs und zur Durchgrünung  (Aufpflasterungen, Grüninseln) eingebaut.

Kulturpark Alte Schmelz - Erwerb und Sanierung denkmalgeschützter Bauten
Im Bereich des "Drahtwerk Süd“, das den Beginn der industriellen Eisenverarbeitung im Saarland symbolisiert, ist eine Teilfläche von etwa 1 ha mit kulturhistorisch besonders wertvollen Gebäuden von 1750 bis 1906 durch die Stadt erworben worden. In einem ersten Schritt ist die ehemalige "Mechanische Werkstatt" mit ihren Nebengebäuden soweit instandgesetzt worden, dass sie einer neuen kulturellen Nutzung zugeführt werden konnte. Ebenso wurde das ehemalige Herrenhaus soweit baulich gesichert, dass ein weiterer Verfall verhindert wird.

Programm "Stadtumbau West" - Sanierung und Neunutzung von Industriedenkmälern

Alte Baumwollspinnerei - Private Public Partnership -Projekt (PPP-Projekt)
Die heute in Privatbesitz befindliche und unter Denkmalschutz stehende Alte Baumwollspinnerei wurde ab 1885 als eine der seltenen Geschossfabriken im Saarland errichtet. Die in drei Etagen übereinandergestapelte Fabrikation war ehemals ein Ergebnis der beengten innerstädtischen Lage. Heute bietet gerade dies für die Umnutzung nahezu ideale Voraussetzungen.Derzeit befindet sich die Stadt in Verhandlungen mit dem Eigentümer über den Erwerb eines der drei Stockwerke. Das Stockwerk soll einer musealen Nutzung zugeführt werden.

 

Begleitend und ergänzend zu den oben genannten Maßnahmen und Projekten, die einer Förderung durch die öffentliche Hand erfahren, führt die Stadt auch Maßnahmen in eigener Regie durch. Hierzu zählen ein z.B. ein Fassadensanierungsprogramm, ein Förderprogramm für die Ansiedlung junger Familien in der Innenstadt und Ladenförderprogramm zur Vitalisierung von Ladenleerständen

 

Die Koordination der Städtebauförderungsprogramme Soziale Stadt und Stadtumbau West erfolgt durch einen Programmkoordinator.

Ansprechpartner: Eberhard Nagel
Geschäftsbereich Stadtentwicklung und Umwelt
Tel. 13-583
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